Foul

Oder: Wer hat die Haare schön?

Viele Jahre habe ich selbst Fußball gespielt; zwar meist mehr schlecht als recht aber das soll jetzt nicht das Thema sein. Ein paar Jahre war ich sogar Betreuer einer D-Junioren-Mannschaft. Am Fernseher verpasse ich keine Europa- oder Weltmeisterschaft. Sogar bei der letzten Frauen-WM ließ ich es mir nicht nehmen, zu unchristlichen Sendezeiten ‚Unpublic-Viewings‘ zu veranstalten.

Eigentlich ist Fußball eine schöne Sportart oder könnte es zumindest sein. Es gibt nur ein Problem:  Wer die meisten Tore schießt, gewinnt. Das führt dazu, daß sowohl in wichtigen aber auch in unwichtigen Spielen brutalst gefoult wird. In den unteren Spielklassen läßt sich dies zum Teil oft auf die Unbeholfenheit mancher Akteure zurückführen. Aber je höher die Spielklasse, umso gezielter und raffinierter werden Schlüsselspieler des Gegners durch hinterhältige Tritte, Ellenbogen-Checks und dergleichen aus dem Spiel genommen. Dies wirft dann schon wieder die Frage auf, warum sich irgendwer überhaupt noch Wrestling und dergleichen anschaut. Dort ist es nur Show, beim Fußball ist es echt. Aber auch dies ist ein anderes Thema.

Also zurück zum Fußball. Selbst in einigermaßen fairen Spielen passiert es viel zu oft, daß sich die weitaus schlechtere Mannschaft 89 Minuten hinten reinstellt, um dann durch eine einzige gelungene Aktion das Spiel für sich zu entscheiden – ein untragbarer Zustand!

Darum habe ich mir mal Gedanken gemacht, wie sich dieser Mißstand ändern ließe, und meine Lösung heißt: Nicht die erzielten Tore allein entscheiden über Sieg oder Niederlage, sondern ein zusätzliches Punktesystem, so wie es in anderen Sportarten wie Eiskunstlaufen, Turmspringen, Turnen etc. bereits üblich ist. Eine Mannschaft bekäme Punkte gutgeschrieben für Ballstafetten, Tunnel, Hackentricks, Fallrückzieher, Pfosten- und Lattenschüsse usw.
Was aber, wenn ein Spiel, nach Auswertung der Tore und Punkte, immer noch nicht entschieden ist? Nun, die Lösung ist ganz einfach: Die FIFA-Punktrichter – allesamt völlig unparteiisch, mit gutem Leumund und aktuellen polizeilichen Führungszeugnissen versehen – bestimmen die Mannschaft zum Sieger, in der die Spieler die schönsten Frisuren haben.
Sollte sich wider Erwarten bestätigen, daß es bei der FIFA nicht immer mit rechten Dingen zugeht, bestünde ja eventuell auch noch die Möglichkeit, Dieter Bohlen und Heidi Klum mit dieser Aufgabe zu betrauen. By the way – Gibt es eigentlich schon eine Friseur-Casting-Show?  Sind wir mal ehrlich, wer will schon eine häßliche Mannschaft gewinnen sehen?

Ein schöner Nebeneffekt dieser revolutionären Regeländerungen wäre vermutlich auch, daß sich endlich viel mehr weibliches Publikum für den „Scheiß“-Fußball interessieren würde.
Ich hoffe, meine Anregungen werden von einem Vertreter der neu aus dem Boden geschossenen Berufsgruppe’Profi-Online-Petitionist‘ aufgegriffen.

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